#2 Fotografieren in der Sächsischen Schweiz

 

„Wer die schönste Aussicht will, muss hoch klettern.“

 

Diesen Satz schrieb unsere Tochter auf alle Postkarten, die sie in diesem Urlaub verschickte! Naja, Recht hat sie ja. Aber der Weg ist ja schliesslich auch das Ziel. Und der Weg besteht in diesem Fall aus klettern, kraxeln, über viele Treppen, Leitern und Kletterstiege, über Felsen und durch Felsen hindurch...

 

..und wenn dann auch noch ein paar schöne Fotos entstehen sollen, muss nicht nur hoch geklettert werden. Dann klingelt nämlich obendrein mitten in der Nacht der Wecker, um pünktlich vor Sonnenaufgang an einem der schönsten Orte zu sein. Davon haben wir unsere Teenie-Kids jedoch verschont. Sie durften ausschlafen und von der letzten Wanderung träumen, während wir zu zweit loszogen. Manchmal war sogar schon der Frühstückstisch gedeckt, als wir zurückkamen! ;)

Und weil es sich nicht nur früh morgens, sondern auch zum Sonnenuntergang toll fotografieren lässt, sind wir nach unseren zweisamen Morgenwanderungen und den ausgiebigen Familien-Tageswanderungen manchmal noch ein weiteres Mal zu einer Abendwanderung aufgebrochen, um den Sonnenuntergang bei bester Aussicht zu erleben - natürlich inklusive Picknick im Abendlicht. Der Abstieg in der Dunkelheit wurde dann auch schon mal etwas abenteuerlicher. Aber gut, dass es Stirnlampen gibt! 

 

Ich zeige euch hier vier Orte, die sich gut zum Fotografieren bei Sonnenaufgang und/oder Sonnenuntergang eignen. Keine Orte, die ich neu entdeckt habe und keine Geheimtipps. Die sollte man schliesslich auch für sich behalten! ;)

 

Fotografiert habe ich mit einer Sony A9 und dem 16-35 2.8 GM. Für Teleaufnahmen kam das 70-200 2.8 GM zum Einsatz.

Oft habe ich ein Stativ benutzt, sowie verschiedene Verlaufsfilter.

Was ich auch IMMER dabei hatte, war die besagte Stirnlampe und Mückenspray...

 

 

BASTEI und BASTEIBRÜCKE

Der wohl bekannteste Ort in der Sächsischen Schweiz ist die Bastei und das meistfotografierte Motiv wahrscheinlich die Basteibrücke. Tagsüber wimmelt es hier von Touristen und ehrlichgesagt hat es uns dort mitten am Tag überhaupt nicht gefallen. Die Touristen werden in Bussen zur Bastei hochgefahren, kurz ausgesetzt um ein Foto zu machen, um kurz darauf wieder zu verschwinden... So kam es uns zumindest vor.

Und sogar früh morgens waren wir an der Basteibrücke nicht ganz alleine. Trotzdem ist es dort oben natürlich wunderschön und ich konnte in aller Ruhe fotografieren - lange bevor der Trubel losging.

 

Wir sind im Kurort Rathen mit der Fähre übergesetzt, um dann direkt im Ort unsere ca. 25-minütige Wanderung hoch zur Bastei zu starten. Wir waren ca. 30 Minuten vor Sonnenaufgang vor Ort. 

 

Die menschenleere Basteibrücke. Ein seltenes Bild. An diesem Tag brauchte die Sonne einige Zeit, bis sie sich durch den Nebel gekämpft hatte: 

Bis dahin habe ich die Zeit für ein paar mystische Nebelfotos genutzt:

Viele Nebelschwaden zogen durch das Tal und es wurde langsam heller:

Damit der Himmel nicht so hell und "ausgefressen" wirkt, nutze ich fast immer einen Verlaufsfilter. Durch das Stecksystem können die Filter ganz einfach eingesetzt und verschoben werden, um den helleren Teil im Bild etwas abzudunkeln.

Nach einiger Zeit war der Nebel verflogen und die noch tiefstehende Sonne strahlte die Felsen links von der Seite an. Von diesem Punkt auf dem Ferdinandstein ist die Aussicht grandios:

Die Aussicht von der Felsenburg ist ebenfalls unschlagbar. Hier habt ihr viele Möglichkeiten, einen schönen Platz zu finden. Wenn ihr länger belichtet, stellt euer Stativ möglichst nicht auf die Stahlkonstruktion, da sie bei jedem Schritt der vorbeilaufenden Menschen vibriert und euer Foto dann verwackelt.

schrammsteinaussicht

Bis auf die Tatsache, dass die Wolken sich kurz vor Sonnenuntergang vor die Sonne geschoben haben, war diese Aussicht bei Sonnenuntergang schon ziemlich genial. Allein die damit verbundene Wanderung hat richtig Spaß gemacht. Wir sind am Zahnsgrund gestartet und nach einer kurzen Wanderung durch den Wald ging es über Leitern, felsige Stufen und Kletterstiege hoch zur Schrammsteinaussicht. An diesem Abend waren wir dort so ziemlich die einzigen und konnten die eindrucksvolle Aussicht geniessen:

Imposant und bedrohlich zugleich. Der Felsen vorne links erinnert mich immer an einen Totenkopf!!

Der Abstieg ist etwas länger als der Aufstieg, da hier ein anderer Weg genommen werden muss. Wir haben ca. 40 Minuten gebraucht. Auch hier muss wieder viel gekraxelt werden. Da ihr zum Festhalten eure Hände braucht, ist eine Stirnlampe extrem wichtig, da ihr den Abstieg ja nach Sonnenuntergang im Dunkeln macht.

Lilienstein

Für mich ist der Lilienstein die schönste Location für den Sonnenaufgang. Vom Lilienstein habt ihr eine wunderbare Sicht auf das Tal. Mit Glück liegt das Tal im Nebel, während der Lilienstein und die umliegenden Berge aus dem Nebel herausragen.

Der sehr steile Aufstieg dauert auch hier ca. 30 Minuten – zumindest wenn ihr gut zu Fuß seid. Der Weg nach oben ist nicht zu unterschätzen -besonders mit einer schweren Fotoausrüstung im Rucksack! 

Das wohl bekannteste Fotomotiv auf dem Lilienstein ist die Wetterkiefer.

ACHTUNG: Um direkt zu der Kiefer zu gelangen, müsst ihr über eine breite, tiefe Felsspalte springen. Überlegt euch gut, ob ihr das wollt. Ich habe darauf verzichtet.

Die Wetterkiefer lässt sich gut in Szene setzen. Mit einer langen Brennweite und einer tiefen Perspektive wirkt sie auf den meissten Bildern sehr groß (in Wirklichkeit ist sie eher klein und unscheinbar):

Hier habe ich bewusst ein Weitwinkel eingesetzt und schon sehen die Bilder ganz anders aus. Und vor allem viel interessanter und spannender:

Mir hatte es an diesem Morgen aber auch die umliegende nebelige Landschaft angetan. Mit einem Teleobjektiv ließ sich die Szenerie gut festhalten:

Gohrisch

Der Gohrisch hat zwei sehr große Vorteile: Der Aufstieg dauert nur ca. 15 Minuten und oben angekommen habt ihr eine gute Rundumsicht in alle Richtungen. Daher eignet sich der Gohrisch-Stein gut zum Fotografieren sowohl bei Sonnenaufgang als auch bei Sonnenuntergang. Wir waren einmal morgens und einmal abends dort. Am Morgen zeigte sich die Sonne jedoch nur ganz kurz und verschwand gleich wieder hinter den dichten Wolken. Dafür war es ein paar Tage später am Abend umso schöner:

Viele sagen: Gohrisch geht immer!

 

Das waren meine Top 4 Fotolocations in der Sächsischen Schweiz. Es sind allesamt keine unbekannten Locations – schon gar nicht unter Fotografen – aber es sind nun mal auch die schönsten.

 

Bei Fragen zu den Bildern oder zu den Wanderungen schreibt mir gerne!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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